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Wir in Stuhr

Die heutige Kolumne bezieht sich auf Äußerungen von Gemeindepolitiker zur geschäftlichen Veränderung im Stuhrer Ortskern und der Forderung einer Nordumgehung (siehe auch Bericht "Jeans und Matratzen im Ortskern").

Die durch Markus Tönnishoff zum Thema „Geschäftliche Veränderungen im Stuhrer Ortskern“ (vgl. Reg.Rundschau v. 5.10.2012) Befragten haben sich ganz schön auf das Glatteis führen lassen: Aus der Beseitigung eines Leerstandes durch ein Jeans- und ein Matratzengeschäft die Notwendigkeit einer Umgehungsstraße abzuleiten, das ist schon heftig, verehrte Vertreter von CDU und FDP. Haben die Bürger ihre Kreuze vielleicht doch an der falschen Stelle gemacht? Das wird sich mancher Ortskundige gefragt haben.

Diese Kategorie von Geschäften dient nicht etwa einem fußläufig durchführbaren täglichen Einkauf und einer Belebung des Ortskerns mit Menschen.

Der CDU-Vorsitzende Ralph Ahrens, noch jung im Amt, hat bei seiner Antwort nicht an die Geschichte des Einzelhandels in Stuhr gedacht. Er wird sich noch gründlicher informieren, damit kein weiterer Unsinn in die Zeitung kommt.

Der Lebensmittel-Vollversorger IDEAL-MARKT von EDEKA mit einem Fleischer gab vor einigen Jahren auf (vorher bereits ein kleinerer EDEKA-Laden), mangels Kunden und nicht ausreichender Parkplätze. Eine Drogerie hatten wir auch schon einmal, ein Drogeriemarkt schloss gerade. Eiscafes und ein Imbiss haben es versucht, dann aufgegeben. Gleiches widerfuhr vor längerer Zeit einem Fleischer-Fachgeschäft, sogar einer „Markthalle“ in zentraler und verkehrstechnisch günstigerer Lage. Ob neue Einzelhändler schon Schlange stehen für neue Versuche?

Ilse Schmidt, die Eigentümerin, freut sich über die Neuvermietung ihrer Räume, was man verstehen kann. Dass keine Lösung für eine Vertragsverlängerung mit dem Getränkemarkt erreicht wurde, ist zu bedauern. Er war mit der Verkaufsstelle eines Bäckers das Einzige, was unter den Begriff „Nahversorgung“ fallen würde.

Von einer „Ladenzeile“, wie von einigen Ortspolitikern großmundig formuliert wird, kann doch in Wahrheit nicht gesprochen werden. Solche unüberlegten Äußerungen schaden allen sachlichen Erwägungen für eine Weiterentwicklung in Stuhr, wenn sie denn sinnvoll angegangen werden soll.

Frau Cohrs, Fraktionsvorsitzende und neuerdings auch stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, bleibt etwas vorsichtiger, verwendet aber für Bäcker + Jeans + Matratzen auch den völlig daneben liegenden Begriff „Ladenzeile“.

Gefallen haben mir die sachlichen Feststellungen von Kristine Helmerichs, Fraktions-vorsitzende der Grünen im Rat. Erst das Projekt Brinkum-Mitte umsetzen, dann mit Überlegungen für den Ortskern Stuhr beginnen, und das unter Beteiligung aller Anwohner und der Geschäftsleute. Eine Umgehungsstraße würde keine wesentliche Entlastung für den Ortskern bringen, das hat sie auch deutlich gemacht.

Richtig erscheint mir auch die Feststellung von Dr. Bode: Eine klare Absage an die Nordumgehung, und diese sei auch keine Voraussetzung für eine Neugestaltung des Ortskernes von Stuhr.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit
Ihr Horst Lilienthal

Stuhr im November 2012