IMPRESSUM 

   
 




 
Wir sind der Meinung:
Die Mitwirkung und Mitbestimmung der Bürger,
ist nicht nur ein Bürgerrecht, sondern auch eine selbstverständliche Bürgerpflicht.

 

Wer wir sind

Vor etwa 27 Jahren wurden wir – Bürger aus den östlich und nördlich an die Ortsmitte angrenzenden Teilen Alt-Stuhrs - mit dem Thema „Nordumgehung“ konfrontiert.

Das Gefühl und später die Erfahrung, dass unsere Belange seitens der Planer, des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung nicht ausreichend Berücksichtigung fanden, war der Grund, diese Bürgerinitiative zu gründen.

Obwohl das Verwaltungsgericht in Hannover Ende 2007 das sich schon jahrelang hinziehende Planfeststellungsverfahren für rechtswidrig erklärte, sollte 2008 das Gerichtsurteil nun dadurch umgangen werden, dass man das Straßenprojekt kurzerhand umbenannte (statt „Nordumgehung“ nun „Entlastungsstraße Ortskern Stuhr“) und die Landesstraße zu einer Gemeindestraße umdefinierte. Das alte Projekt sollte ohne Rücksicht auf die seit vielen Jahren bekannten Belastungen für viele Bürger realisiert werden.

Dieses Vorgehen der Gemeinde hat die davon betroffenen Bürgerinnen und Bürger äußerst empört und zu einer erneuten Aktivierung der Initiative geführt, genährt auch durch ein teilweise unglaublich arrogantes und ignorantes Verhalten verschiedener Vertreter der Gemeinde, die eigentlich als gewählte Repräsentanten der Bürger im Parlament für jene ein offenes Ohr haben sollten.

Bei dem neuen Planungsversuch unterliefen den Verantwortlichen gravierende Fehler: Schon der Ende 2008 in Kraft getretene Bebauungsplan war von Anfang an nicht gerichtsfest, da er rechtswidrige Enteignungen vorsah. Gleichzeitig mit dem rechtlichen Inkrafttreten erkannte dies auch die Gemeinde – zu spät für eine Berücksichtigung im Bebauungsplan. Daher schickte man eine erste Änderung des Bebauungsplans durch die Beschlussgremien. Aber auch diese war so mangelhaft geplant, dass die Enteignungsbehörde in Hannover den Antrag auf vorzeitige Besitzeinweisung der benötigten Grundstücke zugunsten der Gemeinde rundweg ablehnte, so dass die Pläne im Dezember 2009 vom Rat wieder zurückgezogen werden mussten.

      

Warum wir die „Nordumgehung Stuhr“ für unsinnig halten.
Viele Bürger haben jahrelang auf vielfältige Weise deutlich gemacht, dass durch eine „Nordumgehung“ nur eine geringfügige Entlastung erreicht werden kann und im Gegenteil mehr Bürger als vorher, nur an anderer Stelle des Stuhrer Straßennetzes, belastet würden.
  1. Die Nordumgehung kann nicht das Problem beseitigen, dass der Verkehr von der bzw. zu der Blockener Straße durch den Ort geführt werden muss. Dies betrifft auch die ortsansässigen Speditionen mit ihren Lastzügen. Ebenso sind die häufigen An- und Abfahrten für die zahlreichen Geschäfte in der Ortsmitte unvermeidbar. Des Weiteren muss das Rathaus als zentrale Verwaltung für die Großgemeinde Stuhr
    einschließlich Kfz-Zulassungsstelle und Bauamt für alle Bürger automobil erreichbar bleiben.
    Die Politik der Gemeinde ist hier äußerst widersprüchlich: Obwohl man eine Verkehrsberuhigung im Ortskern verspricht, sorgt man auch durch die Ansiedlung eines Verbrauchermarkts und die Planung weiterer Dienstleister für immer mehr Verkehr.
  2. Die Ortsmitte weist eine vergleichsweise niedrige Wohndichte auf, Geschäfte und große Flächen wie Friedhof oder Parkplätze prägen das Ortsbild in starkem Maße. Die Straßenplaner wollen die Belastung der relativ wenigen Anwohner einfach auf die ebenso zahlreichen Bewohner anderer Wohngebiete insbesondere nahe den geplanten Kreiseln verschieben, wo sogar der neu gebaute Kindergarten betroffen wäre.
  3. Erfahrungsgemäß zieht eine großzügig ausgebaute Umgehungsstraße zusätzlichen Verkehr an, z. B. auch LKW, die zur Vermeidung von Autobahn-Maut auf derartige Straßen ausweichen. Damit würde die Nordumgehung auch zur Südumgehung für Bremen!

  4. Der Nordumgehung liegt kein weiträumiges Verkehrskonzept zugrunde, wie es  erforderlich wäre. Sie ist nur auf einen sehr kleinen Abschnitt der insgesamt durch Verkehr belasteten Strecke von der Haferflockenkreuzung (L 336/L 337) bis zum
    Gewerbegebiet Carl-Zeiss-Straße beschränkt. Die Anwohner der Straße außerhalb des Umgehungsbereichs würden wegen der in Punkt 3. angeführten Effekte und auch wegen der zu erwartenden Staus an den Kreiseln doppelt belastet.
  1. Im Umfeld der Kladdinger Straße wären bei einer Realisierung des Projekts durch den  damit verbundenen Flächenverbrauch landwirtschaftliche Betriebe sowie der Reiterhof in ihrer Existenz gefährdet.
  1. Insgesamt wäre der Bau dieser überflüssigen Straße mit einer Naturzerstörung großen Ausmaßes und mit der Vernichtung von Lebensraum für Pflanzen und Tiere verbunden.
  1. Eine zukünftige Entlastung wird die geplante Straßenbahn mit sich bringen; hier war die Rede von einer Verringerung des Verkehrs um 8-15 %. Weitere Entlastungseffekte sind aktuell vom Nachtfahrverbot für LKW und perspektivisch vom Bau der B 6 N zu erwarten.

Dieses Projekt muss endlich zugunsten eines Verkehrsgesamtplans und intelligenter Verkehrsregelungen in der Ortsmitte aufgegeben werden. Dazu fordern wir Rat und Verwaltung auf.